Tasha & Gay Romance (1) – Einleitung 5


Wer mich schon länger kennt oder mir auf Twitter folgt, weiß, dass ich relativ viel Gay Romance oder – wie es im FanFiction-Bereich heißt – Slash lese.

Für alle, die sich darunter jetzt spontan wenig vorstellen können – auch wenn das hier vermutlich eine Minderheit sein dürfte. Wikipedia sagt dazu:

„Slash ist ein Subgenre der Fanfiction. Die Geschichten behandeln die homosexuelle Anziehung zwischen Charakteren des Originalwerks, auf das die Fanfiction Bezug nimmt.“(1)

„A genre of romance novels with male homosexual main characters.“(2)

Ich möchte in dieser Reihe von Blogeinträgen ein paar Gedanken, die ich zu diesem Genre in letzter Zeit verstärkt hatte, aufschreiben und sammeln, weil ich finde, dass es ein spannendes Thema ist und Twitter mir dank Zeichenbegrenzung nicht immer ganz ausreicht, um meine Gedankengänge ausführlich zu formulieren.

Bevor ich aber konkreter auf die Aspekte eingehe, die mir an diesem Genre gefallen oder diejenigen, die mir aus verschiedenen Gründen auf die Nerven gehen, möchte ich einmal kurz zusammenfassen, wie ich dazu gekommen bin, in diesem Bereich zu lesen.

 

Ich bin seit mittlerweile sieben Jahren mehr oder weniger regelmäßig in Archiven wie FanFiktion.de unterwegs und das war auch der Ort, an dem ich zum ersten Mal mit diesem Genre in Berührung kam – ich weiß nicht mehr ganz genau, wie es passiert ist, aber nachdem ich anfing, Slash zu lesen, führte es relativ schnell dazu, dass ich aufhörte, Geschichten über Beziehungen zwischen heterosexuellen Menschen zu lesen.

Ich habe mir damals nicht wirklich Gedanken darüber gemacht, warum mir Slash besser gefiel als Het, sondern habe einfach gelesen, was mir Spaß machte. Im Nachhinein merke ich aber, dass diese Geschichten mit dazu beigetragen haben, dass es mir leichter fiel, mich mit meiner eigenen Sexualität auseinander zu setzen. (So ungefähr waren diese Online-Communities nämlich meine einzige Quelle, Dinge über nicht-heterosexuelle Menschen zu erfahren.)

Ich las (und lese), wenn ich gezielt nach Gay Romance suche vor allem Geschichten, die von männlichen Charakteren handeln, die nicht heterosexuell sind. (Ich könnte an dieser Stelle darüber nachdenken, ob das ein erstes Zeichen für meine nicht-weibliche Geschlechtsidentität war, aber das führt zu Themen, bei denen ich noch zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen bin. Daher werde ich das hier außen vor lassen.)

Ich werde daher mich im Folgenden (oder in den folgenden – je nachdem) Blogeinträgen vor allem auf Gay Romance/Slash im Bezug auf männliche Hauptpersonen beziehen.

Also, worum soll es hier zukünftig noch gehen?

  • Stereotype & Klischees, die in diesem Genre verbreitet sind
  • Die Darstellung von Frauen in Gay Romance (z.B. als Nebencharaktere)
  • Die Darstellung von Beziehung, die nicht rein monogam sind. Polyamorie.
  • Gay Romance aus der Perspektive von Autor*innen. Worauf achtet ihr beim Schreiben/was ist euch wichtig? (Ich werde hier eventuell noch einen separaten Aufruf starten & ein paar konkrete Frage stellen.)
  • … Wenn ihr noch Ideen/Anregungen habt, nehme ich die sehr gerne mit auf.

Ich werde mich hier vor allem auf meine Erfahrungen & Beobachtungen beim Lesen konzentrieren, aber natürlich versuchen, das möglichst an Beispielen zu belegen, damit nichts aus der Luft gegriffen wirkt und eventuell auch andere Quellen neben Romanen und Geschichten selbst verwenden.

 


1) https://de.wikipedia.org/wiki/Slash_(Literatur) (letzter Zugriff: 27.08.2016)
2) https://en.wikipedia.org/wiki/Gay_romance (letzter Zugriff: 27.08.2016)


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5 Gedanken zu “Tasha & Gay Romance (1) – Einleitung

  • Haru H.

    Hey. :D
    Wie du auf Twitter sicher gemerkt hast, bin ich neugierig. ;D Ich habe ja selber auch ziemlich viel (teilweise irgendwie zu viel xD) mit dem Thema zu tun und ja, bin da sehr begeistert bei der Sache.^^
    Ich bin sehr gespannt, was da so deine Gedanken sind und von dem, was hier in dem Post schon so zu lesen war, deckt sich vieles mit meinen Erfahrungen und so.^^ Auch von den Dingen, die die als weitere Themen bzw Unterthemen aufgeführt hast, gehört vieles zu Dingen, über die ich eigentlich auch gerne mal einen Blogpost schreiben möchte oder allgemein mal was dazu sagen/schreiben wollte. ;D
    Ich würde mich auch so halb als ‚Quelle‘, wenn man das so sagen kann, anbieten oder als Vergleichsperson oder so, klingt vielleicht logischer.^^ Natürlich nur wenn du möchtest oder da Bedarf besteht oder so. :)
    LG :)

    • Tasha Autor des Beitrags

      Hey :)

      Danke für dein Interesse an dem Thema und den Einträgen. :3 Würde mich total freuen, wenn du weiter mitliest und deine Erfahrungen/Beobachtungen kommentierst.
      Ich hab‘ schon ein paar Beispiele im Kopf, die ich nutzen will, würde aber eventuell, wenn es passt auf dich zurückkommen. (Hatte auch überlegt, eventuell noch was aus der Perspektive einer schreibenden Person zu verfassen, da wären ein paar andere Autor*innen sicher spannend zu hören. Mal sehen.)
      LG Tasha

      • Haru H.

        Ich werde auf jeden Fall dran bleiben, momentan sollte ich das ganz gut hinbekommen. ;D
        Und kannst mich sonst gerne einfach auf Twitter privat anschreiben, da sollte ich das am besten mitbekommen.^^

  • Chris

    Einen wunderschönen guten Abend! :3

    Ich bin so furchtbar schlaflos gerade und deine Tweets haben mich sehr neugierig gemacht, also bin ich mal gucken gegangen – und voilà: Ein Thema, das mich sehr interessiert. Ich habe schon unheimlich viele Essays auf FF.de dazu gelesen, habe Diskussionen geführt und mir meine eigenen Gedanken gemacht. Während allerdings Klischees und Stereotypen meiner Meinung nach sehr oft angesprochen (und kritisiert) werden, habe ich selten – okay. Nie – die Themen „Darstellung von Frauen“ und „Darstellung von nicht-monogamen Beziehungen“ behandelt gesehen.
    Liegt vielleicht daran, dass viele Gay Romance-Geschichten scheinbar komplett ohne weibliche (Neben-)Figuren oder Polyamorie/offene Beziehungen auskommen. (Ja, in manchen wird Letzteres ja geradezu verteufelt! Auf FF.de, zugegebenermaßen immer noch DER Ort für mich, wenn ich online lesen will, habe ich vor dem Feenjungen ziemlich genau eine Geschichte gefunden, die sich mit Polyamorie auseinandersetzte und das nicht irgendwie … ins Lächerliche zog. Nicht ernst nahm. Es hat mich damals irgendwie ziemlich überrascht, dass ein Genre, das ja eigentlich für Offenheit und Toleranz stehen sollte, so engstirnig und teilweise auch diskriminierend sein kann.)
    Ach ja, ich bin schon sehr gespannt! Sollte mir irgendetwas einfallen, zu dem ich Fragen habe, oder ein Themenvorschlag oder so, melde ich mich selbstverständlich. Ansonsten freue ich mich auf deine Gedanken zu dem Thema, weil ich mich dazu gerne austausche (und weil ich generell gerne Gedanken austausche).

    Von daher bis bald (und hoffen wir, dass ich den nächsten Post nicht einfach verpasse und erst in ein paar Monaten finde, so à la „wollte Tasha nicht mal was – … oh, ups“ :D)
    Chris

    • Tasha Autor des Beitrags

      Hallo :3

      Danke für deinen Kommentar.
      Freut mich, dass du weiter mitlesen möchtest. (Ich kann ja mal versuchen dranzudenken, dich zu erinnern, wenn ein Eintrag fertig ist. :D)

      Freue mich auf einen Austausch. \o/
      Tasha