Trans Charaktere in Büchern

Guten Abend.

Gelegentlich ärgere ich mich über mich selbst, weil ich nur noch so selten blogge und das schade finde. Stattdessen schreibe ich ab und an auf Twitter relativ lange Threads über Themen, die mir wichtig sind und ich dachte mir, dass ich manche dieser Threads zukünftig auch hier posten könnte. Damit fange ich heute einfach mal an und vielleicht erinnere ich mich dann öfter mal an diesen Blog.

Repräsentation von trans Charakteren in Büchern – How to? 

Vorweg: Sicher lassen sich diese Hinweise auch auf andere Art von Medien (z.B. Serien, Filme) anwenden, aber mein Ding sind eben geschriebene Geschichten und ausgelöst wurde dieser Thread bzw. Blogeintrag von einem Roman, den ich gelesen habe und der, was die Darstellung eines trans Nebencharakters angeht, meiner Meinung verbesserungswürdig war.

In besagtem Roman lernt der Ich-Erzähler eine transweibliche Person kennen und das Ganze lief ungefähr so ab:

Der Erzähler wird von der trans Frau begrüßt. Er bemerkt, dass sie eine relativ tiefe Stimme hat und stellt auf den zweiten Blick dann fest, dass sie nicht immer eine Frau war.
So beschreibt der Protagonist des Romanes die Szene. Bitte bedenk‘ an dieser Stelle, dass viele trans Personen diese Formulierung „war mal [anderes Geschlecht] für sich ablehnen!

Bitte, mach das so nicht.

Trans Personen sind mehr als ihre Transgeschlechtlichkeit.

Du möchtest eine Person, die trans ist in deinen Roman einbauen? Dann solltest du bedenken, dass auch trans Menschen nicht eindimensional sind und ihr Transsein nicht ihre einzige Eigenschaft ist. Ich habe mir vorhin für den Twitter-Thread spontan Nora ausgedacht.

„Das ist Nora. Nora mag Hunde, macht gerne Sport und isst am liebsten selbstgemachte Pizza. Sie ist Pauls Schwester und geht gern mit ihrer besten Freundin ins Kino. Im Plot der Geschichte hat sie die Rolle/Aufgabe…“

Überleg dir also zum Beispiel, womit dein Charakter gern seine_ihre Zeit verbringt, wie seine_ihre Beziehungen zu den anderen Protagonist_innen ist und was seine_ihre Rolle im Plot deiner Geschichte ist. Mach also genau das, was du bei einer cis Person auch tun würdest.

Wenn deine Person dann eine Rolle und einen Charakter hat, kannst du dir Gedanken machen, wie du zeigst, dass sie trans ist.

Ein paar Beispiele:

  • Nora schreibt ihrer besten Freundin, dass die Personenstandsänderung endlich durch ist und sie freuen sich gemeinsam darüber.
  • Nora erzählt ihrem Bruder von einer Einladung zu einem Klassentreffen, weil sie sich nicht sicher ist, ob sie sich vor Menschen aus der Vergangenheit outen möchte. Er hört ihr zu, gibt keine ungewollten Ratschläge und am Ende lachen sie über eine gemeinsame Erinnerung aus ihrer Kindheit
  • Nora braucht nach einem anstrengenden Tag jemanden, di_er sich anhört, dass Cisnormativität endlich angezündet werden muss und sie telefoniert mit einer_m queeren Freund_in, während sie sich Abendessen kocht. (Super Zeitpunkt, um zum Beispiel die selbstgemachte Pizza zu erwähnen, die sie wirklich gern isst. Vielleicht verabredet sie sich bei der Gelegenheit gleich noch mit ihrer_m Freund_in zum Film-und-Pizza-Abend.)

Je nachdem, wie groß die Rolle deiner Person in deiner Geschichte ist, ergeben sich natürlich andere Möglichkeiten, aber es gibt so viele davon, die eine trans Person nicht auf ihre körperlichen Merkmale und ihren Deadname reduzieren.
Leser_innen müssen auch gar nicht wissen, welchen Namen ein Mensch mal von seinen Eltern bekommen hat, wenn dieser Name von der Person nicht mehr benutzt wird. Beispielweise könnte man statt der beliebten, aber problematischen, Formulierung „als er_sie noch [Deadname] hieß“ schreiben: „vor seiner_ihrer Transition“.

Wenn du unsicher bist – oder auch wenn du dir eigentlich relativ sicher bist – ist es immer eine gute Idee:

  • mit trans Personen über deinen Plan zu sprechen
  • trans Personen Testleser_innen sein zu lassen, bevor du etwas veröffentlichst
  • mehr als mal irgendeinen Zeitungsartikel gelesen zu haben
  • Zeitungsartikel zu lesen, die dich nicht das Bullshit-Bingo von @cuffedCatling gewinnen lassen (siehe Bild unten).
  • Video-Tipp: How to write a trans charakter – Riley J. Dennis
Beschreibung des Bildes: https://pastebin.com/6C9yzTQE
CampNaNo im April

CampNaNo im April

Auch wenn ich längst nicht mehr so viel schreibe wie früher, lasse ich mich immer wieder versehentlich überzeugen am NaNo im November oder an einem der Camps im Frühjahr/Sommer teilzunehmen.

Irgendwie ist es schon wieder passiert und ich habe entschieden, mich mal an 10k Wörtern im April zu versuchen. Immerhin habe ich noch bis zum 9. April frei und nicht wirklich viel zu tun bis dahin, also dachte ich, dass ich es ja einfach versuchen könnte.

Tatsächlich klappt es bisher auch ganz gut. Heute Nacht habe ich schon etwas über 1k Wörter geschrieben und einen groben Plan für die ersten 8 von 16 Kapiteln des Projektes gemacht. Auch für die zweite Hälfte der Geschichte habe ich schon ein paar Pläne.

Ich habe mir ganz heimlich (oder auch nicht, ich blogge) vorgenommen, dieses Jahr eine Rohfassung dieses Projektes zu beenden. (Es steht – zusammen mit der Frage, ob ich ein Tattoo habe – auf der letzten Seite meines Kalenders.) Es wäre sehr schön, wenn das klappen könnte. Ich halte es im Moment jedenfalls nicht für komplett unrealistisch. Mal sehen.

Eventuell werde ich sogar gelegentlich über meinen Fortschritt bloggen (oder eben unter @Mooswandern twittern).

schon wieder Sonntag. Huch.

Hallo.

Es ist schon wieder Sonntag. Wieso vergeht diese Zeit so schnell? Ich finde das alles viel zu gruselig.

Dinge, die passiert sind:

Ich war am Mittwoch bei Lexi zu Besuch. Zum Büchertauschen (wie viele Jahre haben wir dafür gebraucht?), Kuchenessen und Kater gucken.

 

https://twitter.com/akingdomofchaos/status/778607200403091456

Ich war mit meiner Schwester im Kino, Tschick angucken und feststellen, dass ich mich an praktisch nichts mehr aus dem Buch erinnern konnte und es irgendwann noch einmal lesen muss.

Mein Gilde-Re-Read ist inzwischen bei der Mitte von „The High Lord“. Ich habe zum ersten Mal seit jähren Fanfiction-Gedanken und habe dank Twitter vielleicht einen neuen Lieblingsblog. Ich habe vor Lachen geheult und ich weiß gar nicht, wie das so eskaliert ist.

Gestern Nacht habe ich ein bisschen was geschrieben und da war noch ein Plotbunny, das dazu führte, dass ich nachts knapp zehn Seiten in einem A5-Notizbuch vollgeschrieben habe. Vielleicht habe ich das Schreiben doch nicht ganz verlernt.

Ansonsten bin ich nach wie vor am Nachdenken über Uni, Studium und Zukunft und weiß nicht so recht, wohin ich eigentlich will und was ich machen soll.

Ein Teil von mir ist fest davon überzeugt, dass ich nicht aus Kiel wegziehen werde und dass ich Skandinavistik dort fertig studieren möchte und das Europäische Ethnologie gut werden kann.

Ein Teil ist aber der Meinung, ich sollte mich auch über andere Unis und Möglichkeiten informieren, an denen ich neben Skandinavistik vielleicht nur ein Nebenfach oder gar kein zweites Fach brauche.

Und ein Teil von mir will einfach alles hinschmeißen, sich im Bett verkriechen und mich in Büchern verlaufen. (Nö, Kopf. Das ist keine Option.)

Manchmal wäre es einfach cool, wenn ich vom Übersetzen leben könnte und mir nicht Gedanken um so Dinge wie ein Studium machen müsste. Aber das ist halt irgendwie nicht so realistisch.

Ich weiß es doch auch nicht.

Aber abgesehen von diesem Chaos geht es mir ziemlich gut gerade.

(tbc.)

Manchmal mache ich Witze darüber, dass ich einfach Bestseller schreiben sollte, um für die Dinge zu bezahlen, die ich zum Leben brauche oder die ich nicht brauche, aber gerne hätte.

Das scheint so ein Überbleibsel aus der Zeit zu sein, in der ich jeden Tag geschrieben habe und ständig übers Schreiben nachgedacht habe und dachte, irgendwann könnte ich das mal gut genug, um eines meiner Romanprojekte zu beenden.

Aber irgendwie habe ich seit einer Weile – sind 2 Jahre überhaupt noch eine Weile? – das Gefühl, das daraus zumindest in näherer Zukunft nichts werden wird. Mal ganz unabhängig davon, ob ich gut schreibe oder nicht.

Ich schreibe nämlich einfach nicht.

Ich weiß nicht genau, was der Grund ist, aber es passiert einfach nichts.

Ich habe immer noch die Charaktere der Großprojekte, die mir wichtig sind und die manchmal wie aus dem Nichts auftauchen und wollen, dass ich ihre Geschichten beende. Aber ich weiß, dass diese Projekte zu groß sind als dass ich sie ohne Plotplanung beenden könnte – und die habe ich im Moment nicht. (Und keine Zeit, daran etwas zu ändern.)

Ich mochte es noch nie, meine Texte zu planen. Überhaupt nicht.

Das dürfte auch der Grund sein, wieso ich vor allem Kurzprosa (und mal das ein oder andere Gedicht) schreibe.

Aber genau das ist es, was in letzter Zeit auch nur noch selten passiert. Vielleicht, weil mir die Zeit fehlt und vielleicht habe ich einfach verlernt wie das geht.

Ich weiß es nicht.

Aber ich vermisse es. So, dass ich heute versucht habe, mich hinzusetzen und irgendetwas Kurzes zu schreiben und nach ein paar Sätzen wieder aufgehört habe, weil das richtige Gefühl gefehlt hat.

Ich kann mich nicht zum Schreiben von Kurzgeschichten oder Gedichten zwingen, weil es dann keinen Spaß macht und die Sätze sich nicht anhören als müssten sie genau so sein und nicht anders.

Ich brauche beim Schreiben das Gefühl, nicht mehr ich zu sein. So seltsam das auch klingt, aber ich bin erst dann zufrieden, wenn ich hinterher nicht das Gefühl habe, dass ich den Text geschrieben habe.

Und das klappt einfach nicht mehr so richtig und das tut ziemlich weh.

Ich weiß gar nicht, worauf ich hinauswill, aber diese Gedanken waren in meinem Kopf und wollten aufgeschrieben werden.

(tbc. hoffentlich.)

Schlaflosigkeit nutzen

In sieben Stunden klingelt mein Wecker, aber ich habe mal wieder meine Müdigkeit irgendwo verloren und weil jetzt schon über eine Woche des NaNos vorbei ist, dachte ich, ich könnte die Schlaflosigkeit nutzen und über den aktuellen Stand bloggen.

Wordcount: 12 643 Wörter

Muse: hüpft aufgeregt in meinem Kopf auf und ab. Oder hin und her. Je nachdem.

Plot: bastelt sich langsam irgendwie zusammen, während ich wie immer planlos vor mich hinschreibe.

Uni: Fragt nicht. 

Sonstiger Geisteszustand: Ich bewerfe meine Charaktere entweder mit Flausch oder möchte sie schütteln und zwischendurch beneide ich sie, weil sie sich irgendwo kuschelnd verkrochen haben.

Alles ganz normal also und endlich wieder so wie es sein sollte.

Schreiben ist schön. <3