Seltsamer Tag 2


Um 6 Uhr klingelt der Wecker, ich stehe um halb sieben auf, fahre um halb acht zur Uni. Alles mehr oder weniger im Halbschlaf.
Um 8:15 Uhr beginnt mein „Tutorium zum Wissenschaftlichen Arbeiten“ und damit eine Reihe von Dingen, die diesen Tag zu „nicht meinem Tag“ machen. Die Tutorin verbringt die Stunde damit, alle Fehler aufzuzählen, die in unseren Hausarbeiten gemacht wurden; dabei wirkt sie nicht, als wollte sie uns helfen, sondern uns zeigen wie toll und so viel besser sie ist. Man kam sich sehr von oben herab behandelt vor und fragte sich hinterher, wie man es überhaupt Wagen konnte, sich für diesen Studiengang einzuschreiben. (Wenn das ganze Institut so drauf ist, möchte ich dieses Studium nicht beenden.)
Ihre Art hat mich heute unglaublich verunsichert bis hin zu Gedanken wie „Wieso studierst du das eigentlich? Du kannst doch eh nichts.“. Sehr förderlich, wenn ich morgen zu ihr zu Sprechstunde muss und noch ein Referat bei ihr halten darf.
Anschließend hatte ich Norwegisch. Ich ging früher nach Hause, weil ich mich in Gesellschaft von Menschen nicht konzentrieren konnte und auch sonst eher wenig mit mir anzufangen war.
Mittagspause. Ein bisschen schlafen. Ein bisschen beruhigen. Alles erst einmal besser.
Erste Anzeichen von Bauchkrämpfen.
Mediävistik. Faszinierendes Thema, faszinierende Dinge werden vom Dozenten erzählt. Ich bin mir wenigstens im Zweitfach sicher, dass es die richtige Entscheidung war.
Vorlesung Politikwissenschaft. Heutiges Thema: Politische Bildung. Ganz interessant, aber nicht mein Lieblingsbereich.
Abendessen. Beilage: Schmerztabletten, die nur mäßig wirken und wenig Appetit.
Danach habe ich mich im Bett zusammengerollt, in der Hoffnung, einfach einzuschlafen und morgen schmerzfrei aufzuwachen. War wohl nichts.

Jetzt bin ich hellwach und denke an einen Gedanken, den ich vorhin im Bus kurz hatte.
Ich hatte heute zum ersten Mal seit dem Umzug so etwas wie Heimweh. Nicht nach meiner Familie; es ist gut, dass ich ausgezogen bin. Es war mehr ein: Es wäre schön mal wieder von Leuten umgeben zu sein, für die ein Ort nicht einfach „irgendwo in Baden-Württemberg“ liegt als wäre es das unbekannteste Ausland und die „Saitenwürstle“ nicht seltsam finden und ich weiß doch auch nicht.
Komisch, das alles.

Ansonsten bin ich zu wach, um zu schlafen und weiß nicht, was ich jetzt noch machen soll.


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2 Gedanken zu “Seltsamer Tag

  • :)

    Hey :),

    schade, dass der Tag nicht so ein guter war. Was dein Tutorium angeht, kann ich dich beruhigen. Dass die ersten Hausarbeiten nicht so der Hammer sind, ist doch ganz normal. Wenn man dann noch eine unsympathisch rüberkommende Lehrkraft vor sich stehen hat, ist man schnell entmutigt. Bei meiner ersten Hausarbeit im Nebenfach war es genauso. Mein Thema war seltsam, mein „wissenschaftliches Arbeiten“ im Hauptfach hatte sich eher auf Essays und Interpretationen von Belletristik bezogen, und die Dozentin hatte eine Lieblingsstudentin und egal was wir anderen gesagt hatten, es war erst mal falsch. Ich hatte damals auch überlegt, das Fach zu wechseln. Im Grunde genommen ist es doch aber nur ein Kurs! Denk einfach dran, dass man als Student nicht alles können und wissen muss (sonst könnte man ja gleich daheim bleiben), schau dir an, was du für die nächste Hausarbeit draus lernen kannst, und merk dir den Namen der Dozentin – damit du dich in Zukunft vielleicht eher bei jemand anderem in Seminare setzt ;)

    Viel Glück für das Referat, virtuelle Wärmflasche und liebe Grüße sende ich dir!

    • Tasha

      Hey :)

      Danke dir für deine aufmunternden Kommentar!
      Ich werde morgen erfahren, ob die Hausarbeit bestanden ist oder ob ich sie neu schreiben muss und hoffe einfach mal auf ersteres.
      Die Tutorin werde ich vermutlich nicht mehr wieder sehen nach diesem Kurs, was mich durchaus sehr erleichtert. Und bald hab‘ ich den Kurs auch geschafft.

      Liebe Grüße und danke für die Wärmflasche!
      Tasha